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Mein Kind / Baby hat Wasser verschluckt? Droht das zweite Ertrinken?

10 Mai, 2019

Mein Kind / Baby hat Wasser verschluckt? Droht das zweite Ertrinken?

Nachdem unser Baby nunmehr eine Woche auf diesem wundersamen Planeten verweilt und die Zeit gut rumzubringen scheint war es heute an der Zeit für das erste Bad. Unglücklicherweise lief alles nicht 100% so wie es geplant war und so kam es, dass das Baby Wasser verschluckt hat. „Ist das schädlich?“ war der erste Gedanke der mir durch den Kopf ging, nachdem das Baby Wasser verschluckt und danach abgehustet hat.

Schnell war das Internet angeschmissen und die Suchergebnisse liessen dramatisches vermuten. „Das sekundäre Ertrinken“ – Badeunfälle, Kind = Tot ach du meine Güte. Zeit dem ganzen auf den Grund zu gehen.

Schnellspanner:
Unterschiede: Ertrinken, sekundäres Ertrinken und trockenes Ertrinken

Das klingt alles so Schlimm – Muss ich mir Sorgen machen

Wie kam es zum verschlucken? Das erste Bad unseres Babys

Die Wahrheit über sekundäres Ertrinken: Gibt es das zweite Ertrinken wirklich?

Verschlucktes Wasser kann in der Tat gefährlich werden. Wenn Wasser z.B. beim Baden oder Schwimmen in die Lunge gerät, also eingeatmet wird, kann der Körper mit einem Lungenödem auf den Fremdinhalt in der Lunge reagieren. Dies führt im schlimmsten Fall zum Tod des Kindes.

Gelangt also Wasser beim einatmen in die Atemwege eines Kindes, so reagiert das Kind zu allererst mit Husten um das Wasser reflexartig abzutransportieren. Das ist wohl ganz normal und jeder Erwachsene kennt es. Das Gefühl „Es muss raus“ das beim Verschlucken auftritt. Als ich begonnen habe mir darüber Gedanken zu machen, wie normal verschlucken eigentlich ist, habe ich mich etwas beruhigt. Schließlich habe ich mich selbst auch schon unzählige Male unter Wasser oder beim Trinken verschluckt. Ich glaube schlimm wird es erst wenn der Husten anhält oder später erneut auftritt. Das bestätigt auch ein renommierter Kinderarzt:

„Beginnt ein Kind nach einem Badeunfall – obwohl es eine Phase ohne Beschwerden hatte – erneut wieder zu husten, atmet ungewöhnlich schnell, wirkt teilnahmslos oder anders als sonst, oder es verfärben sich die Lippen, dann sollte es umgehend in eine kinderärztliche Notfallaufnahme“, rät Prof. Hans-Jürgen Nentwich, ehemaliger Leiter der Kinderklinik Zwickau. – Quelle: https://www.apotheken.de/news/9939-gefahr-durch-sekundaeres-ertrinken

Das trockene Ertrinken
Ebenfalls beängstigend zu lesen waren die Hinweise über den sogenannten Stimmritzenkrampf. Dieser wird auch als Laryngospasmus bezeichnet oder aber Glottiskrampf genannt. Sobald Wasser eingeatmet wird verkrampft bei uns Menschen die Stimmritze des Kehlkopfs. Ein natürlicher Schutzmechanismus der uns vor dem Ertrinken retten soll. Bei dieser unwillkürlich herbeigeführten und anhaltenden Kontraktion der Stimmritzenmuskeln, tritt eine tonusartige Verkrampfung selbiger auf. Im Zuge dessen setzt die Atmung aus. Diese spastische Verkrampfung geht mit Schmerzen einher.

„Das Einatmen von Flüssigkeiten führt zu einem augenblicklichen Verschluss des Kehldeckels. Dieser Schutzmechanismus wird durch Rezeptoren ausgelöst, die sich im Bereich des Kehlkopfeingangs befinden. Gleichzeitig wird versucht, die Fremdkörper, die Flüssigkeit etc. aus diesem Bereich durch Abhusten zu entfernen.“

Quelle: Wikipedia – Link

Bei vielen Menschen setzt sofort Panik ein, das Gefühl zu ersticken kennt vermutlich fast jeder. Ein Glottiskrampf beim Kind wird einem deshalb vermutlich sofort auffallen. Neben der Panik setzt Ohnmacht ein. Während diese bei manchen Fällen den Stimmritzenkrampf beendet, hält die Verkrampfung bei den meisten Menschen auch während der Ohnmacht an. Erste Hilfe Maßnahmen sind für Laien nicht durchführbar. Sollte ein Kind also an einem Stimmritzenkrampf leiden und das trockene Ertrinken drohen, so hilft vermutlich nur ganz schnell den Notarzt oder den Rettungsdienst zu rufen.

Das klingt alles Furchtbar – Muss ich mir Sorgen machen?

Wenn das eigene Kind Wasser verschluckt ist die Aufregung der Eltern meist größer als das Risiko ernsthafter Komplikationen. Beim baden und schwimmen kommt es immer wieder vor, dass die Kinder und Babys unfreiwillig Wasser einatmen. Dabei entsteht ein akut auftretender Hustenreiz. In den allermeisten Fällen wird damit das eingeatmete Wasser wieder aus dem Atemsystem des Kindes ausgestoßen. Selten bleiben geringe Mengen Wasser in den Atemorganen zurück. Diese Kleinstmengen sind in der Regel unbedenklich und werden nach und nach abgebaut. Anders müsste es wohl aber aussehen, wenn das Wasser trotz Hustenreflex nicht ausgeschieden wird. Auch bei größeren Mengen Flüssigkeit die inhaliert wurden sieht das sicher weniger harmlos aus.

„Nur wenn die verschluckte Wassermenge bedenklich ist, kommt es zu allgemeinen Beschwerden, wie Atemnot und Blaufärbung. Bei ganz akuten Sachen kommt der Notarzt und schaut sich das an. Wenn das Kind aber völlig symptomfrei ist, es ihm gut geht, muss man sich keine Sorgen machen, dann gibt es keinen Grund zur Panikmache.“

so Heike Teichler, niedergelassene Kinderärztin in Halle. Quelle: https://www.mdr.de/wissen/mensch-alltag/mythos-sekundaeres-ertrinken-100.html

Weiterhin achten sollte man auf Symptome wie Übelkeit oder Durchfall nach dem Verschlucken von Wasser. Im Zweifel ist es immer besser einen Arzt aufzusuchen oder ins Krankenhaus zu fahren. In den allermeisten Fällen ist das verschlucken von Wasser für Kleinkinder und Babys jedoch harmlos und kommt in etlichen Haushalten täglich vor.

Puuuh – Das macht froh! Dem Baby geht es gut und wie so oft habe ich mir mal wieder zu viele Gedanken gemacht.

Doch wie kam es überhaupt dazu dass unser Baby Wasser eingeatmet hat?

An seinem ersten Badetag wollten wir alles richtig machen. Natürlich stellten sich auch beim Thema Kind baden gleich wieder etliche Fragen ein. Ist das Wasser zu heiß oder zu kalt? Wieviel Grad sollte das Wasser für ein Babybad haben?

Die optimale Temperatur liegt laut der einschlägigen Literatur zwischen 35° und 37° Celsius, das entspricht etwa unserer Körperwärme und ist damit in einem Bereich, in dem der Mensch weder unterkühlt noch überhitzt.

Doch wie findet man die Wassertemperatur heraus wenn man kein Thermometer zur Hand hat?

Da wir noch einige Tage ohne Thermometer zurecht kommen müssen, habe ich das Wasser eingelassen und dabei immer wieder den Handrücken durch das fliessende Wasser geführt. Hat sich die Temperatur kühl angefühlt habe ich nach oben korrigiert, war sie zu heiss nach unten. Nach einigem Hin- und Her mit zwischenzeitlichen Kalibrierungsphasen in dem sich meine Haut wieder an die Zimmertemperatur gewöhnt hat, habe ich die perfekte Wassertemperatur gefunden. Lauwarmes Wasser das sich für mich weder kalt noch warm anfühlt.

Dem Baby hat diese Temperatur auch sichtlich gefallen. Auf Papa’s Brust liegend hingen zuerst nur seine kleinen Füßchen im Wasser. Nachdem unser Baby dies ohne Murren akzeptiert hat, begann ich die Oberschenkel mit Wasser zu benetzen. Nach und nach ließ ich das Baby behutsam weiter ins Wasser einsinken. Ein Lächeln machte sich auf des Babys Gesicht breit und es fing an im Wasser Schreitbewegungen zu vollziehen. Übers Wasser laufen konnte es dann allerdings doch nicht. Schade.

Das Bad selbst jedenfalls hat unserem Baby gut gefallen. Leider ist dann trotz aller Vorsicht beim eintauchen des Köpfchens
etwas Wasser in den Mund des Babys gelangt. Das Baby hat sich am Wasser verschluckt, kurz gehustet und war im Anschluss quicklebendig ohne irgendwelche Folgeerscheinungen.

Trotzdem macht man sich natürlich sofort Sorgen. Während man bei einem Erwachsenen im Höchstfall mal kurz auf den Rücken klopfen würde, wenn er Wasser verschluckt hat, gehen bei einem Kleinkind gleich alle Warnglocken an. Oh Gott mein Baby hat Wasser verschluckt.

Was ist wenn das Wasser in die Lunge gelangt ist?

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